Wednesday 16. May 2012
Katholisch-Theologische Fakultät
Institut für Bibelwissenschaft

Forschungsprojekte des Instituts

Passion und Auferstehung Jesu

Das Projekt beschäftigt sich mit dem zentralen Kerygma der neutestamentlichen Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu. Im Vordergrund steht die theologische Erschließung besonders der Passions- und Osterüberlieferung. Das gemeinsame Forschungsprojekt wird in einer monographischen Publikation münden.

Projektverantwortliche:

O. Univ.-Prof. Dr. Roman Kühschelm

Ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Stowasser

 

 

Die Richter Jesu

Der Prozess Jesu wirft nach wie vor zahlreiche historische Fragen auf und seine Erforschung steht unter dem Schatten des Antijudaismus frühchristlicher Quellen. Eine wesentliche Rolle in den Vorgängen kommt dabei jenen vier Personen zu, denen Jesu von Nazaret nach den Quellen Rede und Antwort stehen sollte. Wer sie waren, ob und in welcher Form Jesus ihnen gegenüberstand und welche Intention ihr Handeln bestimmte, diese Aspekte sollen einen wichtigen Detailbefund zur Gesamtproblematik liefern.

Projektverantwortlicher:

Ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Stowasser

 

 

Literarisches Verhältnis zwischen den Synoptikern und dem Vierten Evengelium

Das historische Arbeiten am Prozess Jesu führt unweigerlich vor die Frage nach dem Zusammenhang zwischen dem synoptischen und dem johanneischen Traditionsstrom. In der gegenwärtigen Forschung geht der Trend dahin, die literarische Kenntnis der Synoptiker durch den johanneischen Verfasserkreis bzw. deren Leser vorauszusetzen. Dieser Beinahe-Konsens soll anhand der Passionserzählungen der Evangelien kritisch hinterfragt und auf seine Tragfähigkeit untersucht werden, um der Jesusforschung neue Impulse zu verleihen.

Projektverantwortlicher:

Ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Stowasser

 

 

Judas Iskariot als historische Persönlichkeit sowie in neutestamentlicher und apokrypher Rezeption

Judas Iskariot ist zweifellos eine der umstrittensten Gestalten der Bibel. Er wird seit nunmehr beinahe 2000 Jahren mit dem „Verrat" an Jesus, der zu dessen Exekution durch den römischen Präfekten Pilatus führte, in Verbindung gebracht, wobei vielfach nicht an Hass, Polemik und bisweilen Antisemitismus gespart wird (Judas als geldgieriger Betrüger, zur Hölle Verdammter, Paradigma der Juden usw.).

Dieses in Form einer Dissertation angelegte Forschungsprojekt ist dem Bemühen gewidmet, Judas jenseits der Skylla Verteufelung und der Charybdis Rechtfertigung zunächst als literarische Figur wahrzunehmen, deren konkrete Ausgestaltung bestimmten Absichten der AutorInnen des ntl. und apokryphen Schrifttums entspringt. Zu diesem Zweck sollen die einschlägigen Texte unter Zuhilfenahme historisch-kritischer und literaturwissenschaftlicher Methodik möglichst gehaltvoll interpretiert werden; dabei ist u.a. ein geschärfter Blick auf die Textpragmatik angestrebt. Diese Auslegung bildet die Voraussetzung für einen nüchternen Versuch der historischen Rückfrage nach Judas, welcher auf Basis des „Historischen Plausibilitätskriteriums" (G. Theißen) erfolgt.

Projektverantwortlicher:

Mag. Andreas Heindl

 

 

Jesus als Lehrer bei den Synoptikern und im Rahmen der antiken Kultur- und Sozialgeschichte   

Ziel des genannten Dissertationsprojektes ist es, am konkreten Beispiel „Jesus als Lehrer" Ergebnisse der historisch-kritischen Methode der neutestamentlichen Bibelwissenschaft zu den drei synoptischen Evangelien (Markus, Matthäus, Lukas) in den größeren Kontext anderer für das Thema relevanter Wissenschaftsdisziplinen (beispielsweise Judaistik, Archäologie, insbesondere Galiläaarchäologie und frühchristliche Archäologie, alte Geschichte etc.) zu stellen; so soll ein Fundament für Aussagen zum historischen Jesus gewonnen werden, das nicht nur in der Theologie, sondern auch im Diskurs mit anderen Wissenschaftsdisziplinen tragfähig ist. Zudem soll reflektiert werden, was dieses Fundament für uns heute - sowohl in der Theologie als Wissenschaft als auch in der alltäglichen, kirchlich-gesellschaftlichen Praxis - bedeutet.

Projektverantwortliche:

MMag. Veronika Tropper

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